Samstag, 28. Mai 2011

Kurzer Statusreport AFG

Hallo alle, habe lange nicht mehr geschrieben, aber jetzt endlich nach mehr als 2 wochen in afg mein bericht (habe nur 1 Stunde Zeit, sind zum Essen verabredet, also ich versuch soviel zu schreiben, wie es geht.) Ich sage direkt im vorab, noch gibt es keine bilder, mein Internet ist doch tick zu langsam, habe aber am di schnelles internet und werde ein paar bilder hochladen.

Also es fing alles am Militärflughafen Köln-Wahn an. Erstmal hatten Lutz, Thilo und ich Angst, daß wir nicht das ganze Gepäck mitnehmen dürfen, da wir bis zu 30 kg Übergepäck hatten (20 kg allein durch 2 Laptops von der Firma mit sonstigem Zug dazu). Zum Glück habe ich irgendein Wisch gefunden, daß BW uns mit unserer Ausrüstung transportieren soll, also ging das in ordnung und wir sind mit einer usbekischen Boeing 757 nach Termez, Usbekistan geflogen. Die war eindeutig für die Usbeken ausgelegt, die max 170 cm sind, sogar für mich waren die Sitzabstände zu klein, armer Thilo, der mit seinen 190 cm 7  Stunden da ausharren durfte.

abends waren wir auch in Termez und da merkte man endlich richtig, daß wir es mit den Militärs zu tun haben: einteilen in die Gruppen anch Fraben, rote Gruppe fliegt nach Maser-e-Sharif, rote Gruppe bekommt Einweisung da, rote Gruppe schläft da, rote Gruppe holt Waschzeug aus den Taschen raus, die Taschen werden dahingelegt usw. Und danach gab es endlich mal Bier in einer Bar zur Entspannung. Da war noch ein positiver Nebeneffekt eines Militärcamps: Päckchen Zigaretten für 1 Euro (später sogar Stange Kippen für 6,85 Euro). Für einen Raucher war es wie im Paradies.
Am nächsten Tag nach einem kurzen Schlaf in einer 10er Stube (es hat sich einer am nächsten morgen beschwert, daß da Leute geschnarcht haben, wollte nicht sagen, daß ich wahrscheinlich unter diesen Leuten war:-)) ging es um 7 Uhr morgens schon zum Weiterflug nach Maser-e-Sharif (MES). Da hat man wirklich gemerkt, daß wir ins Krigesgebiet fahren. Wir haben Schutzwesten bekommen udn sind auch mit der Transall geflogen. In Maser wurden wir von Lars und einem Oberst empfangen, der Hauptansprechpartner und Organisator für unsere Firma am Ort war. Er hat sich sogar um solche Sachen wie Bettwäsche und Helme für uns gekümmert (als Beispiel in WH ist der Kommandant deutscher Kräfte ein Major und hat ca. 200 Leute unter sich, Oberst ist 2 Dientsränge höher). Übrigens MES ist eine richtige Stadt mit ca. 10000 Leuten dort von verschiedensten Nationalitäten, sehr bunt gemischt und sehr groß. Wir haben dann nachher auch ein Pickup und Fahrrad bekommen, um uns dort schnell bewegen zu können.
Dort haben wir auch unsere 4er Stube zudritt bezogen und gingen an die organisatorische Fragen ran. Im Laufe dieses Prozesses saßen wir zuviert in unserem Bürocontainer (in Camps gibt es keine richtigen Gebäude, nur Container: man wohnt in Containern, man duscht in Containern, man arbeitet in Containern), als auf einmal die Erde gebebt hat. Natürlich wussten wir nicht, was los war, der Oberst wusste das auch nicht, und als Sirene kam, wussten wir noch weniger was zu tun ist und sind im Container geblieben. Es hat sich rausgestellt, daß 300 m von uns 2 Raketen eingeschlagen haben, es ist aber nichts passiert. Erst nachher haben wir erfahren, daß wir uns in einem Bunker hätten verstecken sollen. Da bestanden wir auch drauf, auch Helme zu Schutzwesten zu bekommen.
Da habe ich abends auch mit einem Kerl gequatscht, der in OP North dient, und er meinte zu mir, es sei die Hölle auf Erden.
Und am nächsten Tag haben wir diskutiert wer wohin fliegt um sich die Lager genau anzuschauen und Plan für mich war: Kabul und danach OP North. Ihr könnt euch vorstellen wie ich mich gefühlt habe, zum Glück wurde ich aber nur nach Kabul geschickt und Lars ist nach OP North.
So bin ich am nächsten morgen direkt mit Transall  mit der Schutzweste und Helm nach Kabul geflogen um mir erstmal zwei Lager Camp Warehouse und KAIA genau unter die Lupe zu nehmen und danach zusammen mit unseren französischen Technikern alles hier aufzubauen.
Das beste dabei war, daß ich nicht ganz genau gewusst habe, worauf ich achten soll, was ich machen soll usw. Ich , genauso wie wir alle, hätte das einfach am Ort rausfinden müssen. Offizielle Aufgabe war Organisation am Ort.

So habe eig noch 2 seuten geschrieben, aber auf einmal ist alles abgestürzt, der rest kommt also morgen, muss jetzt ins bett. Heute gab es einen krassen Anschlag hier, werden evtl sofort nach Hause beordert am Montag.

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