Sonntag, 12. Juni 2011

nächster report: Kabul Teil 2

Moin alle,

war nichts mit nächstem tag schreiben und auch nichts mit nach Hause gehen. Es hat eine Weile gedauert, aber jetzt mal wieder ein neues Bericht von mir:
Als ich in Kabul war, gab es den riesengroßen Anschlag auf Generalmajor Kneipp, wo keiner wusste, wie es weitergeht, also hieß es erstmal abwarten. Und komischerweise its es seitdem relativ still, es gab nur noch einen Anschlag, als der Marder angesprengt wurde und ein Hauptfeldwebel gestorben ist. In Kabul war ich dann auch beim Trauerappell dabei, bei dem es den drei Soldaten, die vorher verstorben waren, gedacht wurde. Irgendwann waren wir auch in Kabul International Airport (KAIA) um auch dort alles aufzubauen. Da war es echt komisch. Die Jungs hatten schon kostenloses Internet von Amis und wollten uns gar nicht dort haben. Es war sogar so schlimm, daß Patrick, unser Franzose, der Klaustrophobie hatte udn sowieso Angst vor Autotransporten in Kabul, fast schon gebettelt hat, nach Warehouse zurückzugehen. Er durfte aber nicht udn ich zum Glück doch. In KAIA wurde ich auch net vorgewarnt, daß ich einen Schlafsack brauche und wir schliefen im Zelt mit 40 Mann auf übelst dreckigen Matratzen. Da hieß es für mich auch lieber angezogen weiterschlafen. Zum Glück war es nur ein Tag. Da mussten wir auch draussen arbeiten und das war richtig schlimm. Erstens war es offenes Antennenfeld, zweitens gab es Kläranlage in der Nähe, die übelst gestunken hat und drittens Sandstürme aus der Richtung der Stadt. Dazu muss man sagen, daß die Afghanen keine Toiletten kennen und ihre Geschäfte auf der Strasse erledigen, also mit jedem Sandsturm fliegen auch Fäkalienreste im Staub mit und nicht zu wenig, ca. 70 Prozent des Staubs sind hier Fäkalien. Und wir mussten auf diesem Antennenfeld 6 Stunden verbringen. So schlimmen Gestank habe ich bis jetzt nie erlebt. Sebastien und ich haben uns mit Palästinensertüchen bedeckt und konnten es nicht aushalten. Da hat mich Patrick echt gewundert, der  6 Stunden ohne irgendwas ausgehalten hat. Ich war richtig froh, wieder in Camp Warehouse zu sein, wieder die freundlichen Gesichter dort zu sehen und wieder Spaß zu haben und auch wieder in einem Bett zu schlafen. Aja, in Warehouse ist mir auch eine komische Geschichte mit einem Spaziergang vor dem Camp passiert, aber über die habe ich in einer getrennten Mail schon berichtet, werde das in einem weiteren Post nochmal hier schreiben. Ich war echt froh, den Hauptmann wiederzusehen mit seinem Lieblingsspruch "It is a mission, baby", den Benne und Rucki, die 2 Jungs, die mit Hauptmann arbeiten, den Spieß aus Karlsruhe, den Waßmuth, meinen Personaltrainer, den Frank, einen anderen Deutschen aus unserer Firma udn alle andere auch. Ich durfte mich ein Paar Tage lange auf die faule Haut legen, da wir nicht viel zu tun hatten außer unsere Verbindung zu testen, Sport zu treiben, mich von den Jungs zu verabschieden und Bierchen trinken. Irgendwann sah es unsere Firma ein, daß es kein Sinn macht, 2 Leute gleichzeitig in Kabul zu halten und es hieß, ich soll wieder nach Mazar-e-Sharif. Es war wirklich traurig da wegzugehen, da ich mich wirklich an alle Jungs gewöhnt habe. Wir hatten auch einen rauschendne Abschied in Portobar am baseday. Da muss ich erstmal erklaeren was baseday heisst. Baseday ist meistens am Freitag bis 13 Uhr. Das heisst alle, die nicht arbeiten müssen, also alle außer den Jungs von Transportzug, die immer eine Tour durch die Stadt machen müssen. Die Jungs tun mir echt leid, da manche von denen unter höchster Gefahr schon bis 100 Mal draussen waren.So ein Ausflug sieht so aus: es fahren meistens 3 Autos raus, ein 10tonner zum Gütertransport mit einer Schießlücke, wo einer mit Maschinengewehr auf die Umgebung aufpasst, ein "Wolf" (geapnzerter Merceds G-Klasse) oder "Igel" (größere Varainte davon) und ein "Fuchs" oder "Dingo", Transportpanzer mit Schießlücken, wo auch Jungs mit MGs stehen und auf die Strasse aufpassen. Da wird dann rausgefahren, und an jeder Kreuzung fährt größtes Auto vor, versperrt den Weg und zielt mit MG auf ankommende Autos, damit die bremsen udn uns nicht zu nahe kommen. Die halten alle an, und dann fahren die 2 andere Autos in seiner Deckung auf die Kreuzung. Das nennt sich "Roadblock". Wir als Passagiere sitzen in "Wolfs", "Igeln" oder "Füchsen" und "Dingos" mit Shcutzwesten, Schutzbrillen, Handschuhen und Helmen udn beobachten alles, wenn wir Glück haben ("Füchse" haben keine Fenster, da sieht man nichts). Und immer passen die Jungs auf, daß kein Suicide Bomber in die Kolonne reinfährt um uns alle zu sprengen. Vor jeder Fahrt gab es Lagebesprechung udn immer hieß es: "Sicherheitslage hoch bis signifikant, konkrete Anschalgswarnungen". Meistens wurde von Toyota Corollas gewarnt, nur jedes zweite Auto in Afghanistan ist eine Toyota Corolla.
Auf jeden Fall jede solche Fahrt auch über 5-10 km war immer ein kleines Abenteuer, wo man nur gehofft hat, daß auhc diesmal nichts passiert.
Aber zurück zum Abschied. Es gab in Warehouse eine Portobar die gute Whiskeycola hatte. Offiziell galt im Camp die 2 BierRegelung, also für jeden nur 2 Bier am Tag, inoffiziell hat e snicht jeder befolgt, so auch ich nicht an jenem abend. Ich hatte meine 5 Whiskeycola  und noch als Absacker eine halbe Flasche Rachmaninoff beim Spieß. Frank meinte ich gab ein jämmerliches Bild ab, also beshcloss ich seitdem erstmal kein Alkohol zu trinken und halte mich bis jetzt (ca. 10 Tage) noch dran.
Ich habe mich von allen veranschiedet udn hoffe, daß ich Waßmuth, Spieß, Benne udn rucki irgendwann mal tatsächlich wiedersehe (wir haben es natürlcih ausgemacht, aber man weiß nie, wie es kommt). So, das war Kabul Teil 2. Jetzt kommt erstmal meine Spaziergangsgeschichte und etwas allgemeines zu Anschlägen hier.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen